rattenlexikon


Rattenlexikon

Hier könnt ihr einiges Wissenswertes rund um die Ratte erfahren. Die Tips und Hinweise basieren auf MEINEN EIGENEN Erkenntnissen und Erfahrungen in meiner nunmehr 11-jährigen Rattenhaltung und 8-jährigen Zuchterfahrung. Selbstverständlich erweitere ich mein Wissen im gedanklichen Austausch mit anderen Rattenfreunden, sei es auf Messen, Ausstellungen, bei regelmässigen Treffs oder in Foren im Internet, weiterhin durch das Lesen von Fachliteratur und das Anschauen von Reportagen.

Oft lassen sich Aussagen nicht in ein Schema pressen (so und nicht anders ist es), im Gegenteil, die Lebensweise einer Ratte ist sehr facettenreich, jedes Tier ist ein eigenständiges Individium.

Mein kleines Lexikon wird regelmässig erweitert werden und beinhaltet folgende Schwerpunkte:  HaltungZucht  und Gesundheit.

Haltung

Zucht

Gesundheit

Baytril:: ist ein Antibiotikum. Wird oft bei Erkältungen/Atemwegserkrankungen oder bei Entzündungen verschrieben. Kann oral gegeben oder gespritzt werden. Bei der ersten Methode lässt sich das Mittel (geschmacklich sehr bitter) gut in Quark oder Joghurt vermischen. Entscheidet man sich für die Spritze, kann man dies leicht selbst erlernen (spart Zeit und Geld!), da es sich hier um eine einfache Einspritzung mit einer sehr dünnen Nadel in eine Hautfalte handelt. Lasst es euch vom Tierarzt zeigen!    

Blutungen: treten z.B. bei Bissverletzungen auf; können unterschiedlich stark sein. Wichtig ist: Ruhe bewahren, das Tier nicht unnötig aufregen. Oft hilft es, die verletzte Ratte auf den Schoss zu nehmen, auf die blutende Wunde (auch bei starker Blutung) sauberen Zellstoff (Tuch o.ä.) aufzudrücken und dies mehrere Minuten lang. Von Vorteil ist bei bei solchen Behandlungen immer ein zahmes Tier! Eventuell mit der Hand den Kopf des Tieres bedecken, es fühlt sich so sicherer. Später Wunde desinfizieren (Betaisodona-Lösung oder Wundspray von Hansaplast oder Octenisept). Reichlich zu trinken anbieten! Eventuell den Patienten vorübergehend einzeln setzen. Oft ist ein Tierarztbesuch nicht nötig. Ratten haben eine gute Heilhaut, die gut ohne Nähen oder Klammern heilt. Die Wunde schliesst sich in der Regel sehr schnell. Krallen- und Schwanzverletzungen bluten oft sehr stark, letztere kann zum Verbluten führen!!! Hier ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten. Anmerkung: Anfänger oder unsichere Rattenhalter sollten besonders bei stark blutenden Wunden immer den Veterinär aufsuchen.

Kastration: ist die vollständige Entfernung der Hoden beim Männchen sowie der Gebärmutter, der Eierstöcke und Eileiter bei den Weibchen. Recht verbreitet ist die Annahme, nur Böcke könnten kastriert werden. Dies ist aber nicht wahr. Beide Geschlechter können sowohl kastriert, als auch sterilisiert werden. Für die Rättin ist eine Kastration ein schwerer Eingriff und sollte nur bei medizinischer Notwendigkeit, wie Komplikationen bei der Geburt (Kaiserschnitt) oder einer Gebärmuttervereiterung durchgeführt werden. Auch bei den Böcken sollte diese OP nicht leichtfertig vorgenommen werden. Es handelt sich bei einer Kastration immer um einen nicht mehr umkehrbaren Eingriff. Meiner Meinung nach nimmt man den Tieren einen Teil ihrer Persönlichkeit. Bei krassem Dominanzverhalten allerdings kann eine Kastration Abhilfe schaffen. 

Sterilisation: Durchtrennung der Samenleiter bei den Böcken, wobei die Hoden erhalten bleiben; sowie der Eileiter bei den Weibchen. Wird in der Regel nicht oder kaum praktiziert.

Unerwünschte Untermieter: nicht jede Ratte, die sich juckt,  hat Ungeziefer. Sichere Anzeichen für einen Befall aber sind häufiges Kratzen und die typischen Schorfstellen an Hals, Kopf und Kinn. Oft findet man auch  Nissen (kleine gelblich/weisse Eierkügelchen) bevorzugt am hinteren Teil des Rückens. Keine Panik, auch bei der saubersten Haltung können diese lästigen Parasiten auftreten (z. B. durch Heu, welches immer noch gern von einigen Rattenhaltern genommen wird, oder durch die Streu). Bestens bewährt hat sich bei meinen Ratten Ivomec Spot-on, in flüssiger Form, beim Tierarzt erhältlich. 1-2 Tropfen auf den Nacken geträufelt (lässt sich sehr gut mit einer Kanüle dosieren) und das Ganze nach 10 Tagen wiederholt. Ade Laus, Haarling, Milbe und Co. Die Behandlung ist absolut stressfrei für Mensch und Tier und wird Zuhause vorgenommen. Die Ratten können sich auch belecken, bei der richtigen Verdünnung des Mittels durch den erfahrenen Tierarzt besteht keine Gefahr für unsere Lieblinge. Ivomec kann auch gespritzt werden (ist aber teurer als die von mir beschriebene Methode) und gibt es z.T. (meines Wissens nach nicht bei allen Tierärzten) auch in Pelletform. Lezteres finde ich nicht sehr günstig, da die Ratten es sehr schlecht fressen und mich diese Behandlung nicht überzeugt hat. Ausserdem gibt es diverse Bäder (auch beim Tierarzt erhältlich), wobei hier der Stress vorprogrammiert ist. Mittelchen aus dem Zooladen helfen nach meinen Erfahrungen nicht.